Es lässt sich nichts mehr beschönigen: Geistlicher und sexueller Missbrauch, eine als veraltet empfundene Sexualmoral, Diskriminierung von Frauen und sogenannten Laien, Strukturen und Positionen, die von jeder modernen Welterfahrung abgekoppelt scheinen – all das führt inzwischen zu einer Abwanderung in einem nicht für möglich gehaltenen Ausmaß.
Für alle, die nicht einfach nur die „Tür zumachen“ wollen und die nach Auswegen suchen, bietet der Blick auf die Anfänge christlicher Gemeindebildung wichtige Perspektiven. Die Spuren der Anfänge, die im neuen Testament überliefert sind, führen zu spannenden Fragen: Welche Glaubensvorstellungen prägten die Anfangszeit?
Welchen Umbruchs- und (damit verbunden) Krisenerfahrungen hatten sich die Gläubigen zu stellen? Welche Strukturen haben sie sich gegeben, um diese Herausforderungen zu bestehen?
Die Veranstaltung möchte in Auseinandersetzung mit den biblischen Quellen auf diese Fragen eingehen – in der Erwartung, dass Denkstile und Handlungsmuster, die sich in den unterschiedlich gelagerten Krisen der Anfangszeit bewährt haben, neue und befreiende Perspektiven auch für heutiges kirchliches Engagement eröffnen.